Reisen mit dem Campervan

Eine der schön­sten und zu Recht beliebtesten Möglichkeit­en, Neusee­land zu erkun­den, ist wohl mit dem Camper­van.  Ob es das eigene oder ein gemietetes Fahrzeug ist, ist dabei Geschmackssache und es hängt natür­lich auch von der Dauer der Reise ab, was mehr Sinn macht.

Kauf des Campervans

Als ich nach Neusee­land kam, wusste ich noch nicht, wie lange ich im Land bleiben würde. Aber es war klar, dass es min­destens einige Monate sein wür­den und deshalb habe ich mich entsch­ieden, mir einen eige­nen Camper­van zu kaufen. Und auch wenn in der Zwis­chen­zeit einige Repara­turen ange­fall­en sind und es sich ger­ade gar nicht so ein­fach gestal­tet, das Auto zu einem angemesse­nen Preis wieder zu verkaufen, so war es defin­i­tiv die richtige Entschei­dung 🙂

Die ersten zwei Wochen nach mein­er Ankun­ft in Neusee­land habe ich dazu genutzt, mich nach Camper­vans umzuse­hen. Ich bin im Herb­st in Christchurch angekom­men und das waren ger­ade der richtige Ort und die richtige Zeit für den Camperkauf, da dort viele Leute kurz vor ihrer Abreise standen und ihre Camper­vans loswer­den woll­ten. An einem Tag sind im Halb­stun­den­takt mehrere Leute vor­beigekom­men, um mir ihre Fahrzeuge vorzuführen. Im Übri­gen alles Deutsche… die gibt es hier ja zuhauf 😉

Ein­er der super hil­fs­bere­it­en Kiwis, die ich direkt in meinen ersten Tagen im Land ken­nen­gel­ernt habe, hat mir noch bei der Auswahl geholfen. Nun habe ich nicht viel Ahnung von Autos und kann abge­se­hen vom ersten Ein­druck nicht wirk­lich sagen, ob ein Auto in einem guten Zus­tand ist. Also hat dieser neuge­wonnene Fre­und die Probe­fahrten über­nom­men, unter die Motorhaube und unter’s Auto geschaut und ich habe eher geguckt, ob mir die Innenausstat­tung gefällt 🙂

Die Entschei­dung ist dann let­z­tendlich recht schnell gefall­en. Und so habe ich mein Kiwimo­bil erstanden. Camper­vans bekom­men hier häu­fig einen Namen; das Kiwimo­bil hat mein Vater erfun­den 🙂

Mein Campervan vor Regenwald.

Nach dem Autokauf

So ein Autokauf läuft hier recht ein­fach ab. Ich habe in bar bezahlt und musste danach nur den Eigen­tümer­wech­sel in der näch­sten Post­fil­iale reg­istri­eren lassen. Außer­dem habe ich online noch eine Haftpflichtver­sicherung und eine Mit­glied­schaft beim AA, dem hiesi­gen Auto­mo­bil­club, abgeschlossen. Let­ztere hat sich defin­i­tiv bezahlt gemacht. Da mein Auto mich nicht warnt, wenn ich das Licht anlasse, hat sich die Bat­terie mehrfach ent­laden und ich habe den AA bes­timmt dreimal rufen müssen 😉

Eine Haftpflichtver­sicherung muss man hier — anders als in Deutsch­land — nicht abschließen. Aber auch wenn ich sie bish­er nicht in Anspruch nehmen musste, bin ich doch froh, sie zu haben.

Glück im Unglück

Ich hänge mit­tler­weile richtig an meinem Kiwimo­bil. Es war mir monate­lang ein tolles Zuhause und ich verbinde viele schöne Erin­nerung mit ihm. Aber direkt am Anfang mein­er Reise hat es mir viele Sor­gen bere­it­et. Ich war keine zwei Wochen unter­wegs, da hat­te mein Van einen großen Motorschaden und nach einigem Hin und Her habe ich mich let­z­tendlich dazu entsch­ieden, einen neuen (gebraucht­en) Motor ein­bauen zu lassen. Das war zum einen ziem­lich teuer und zum anderen hat das alles ziem­lich lange gedauert und hat meine ganzen Reise­pläne durcheinan­der gewor­fen.

Ich hat­te aber riesiges Glück, dass das genau dann passiert ist, als ich bei Clare, für die ich einige Zeit später das Haus hüten wollte, angekom­men war. Sie hat mir für fast zwei Wochen Asyl gewährt, während mein Auto repari­ert wurde, hat mit den Auto­mechanikern tele­foniert, mich hin- und her gefahren etc.

Lasst euch davon aber nicht vom Kauf eines Camper­vans abhal­ten, wenn ihr län­gere Zeit in Neusee­land bleiben wollt. Trotz der ent­stande­nen Zusatzkosten war es deut­lich gün­stiger, als einen Van zu mieten!

Reisen im Campervan

Und wie ist es nun, im Camper­van zu reisen? Ganz fan­tastisch!

Ich habe es wirk­lich genossen, mein Zuhause immer dabei zu haben. Allerd­ings habe ich nie wirk­lich “wild” gecampt, son­dern mir immer Camp­ing­plätze mit Küche und heißen Duschen gesucht. Ein biss­chen Kom­fort muss dann doch noch sein 🙂 Dank der App Camper­Mate habe ich eigentlich immer recht schnell gute Camp­ing­plätze gefun­den und die Preise lagen (außer­halb der großen Städte) so zwis­chen $14 und $20 pro Nacht. Ein passendes Zim­mer zu find­en, empfinde ich immer als deut­lich anstren­gen­der und zeitaufwändi­ger.

Größe, Lage und Ausstat­tung der Camp­ing­plätze waren dabei ganz unter­schiedlich. Ein High­light war auf jeden Fall der Camp­ing­platz in Kaik­oura. Der Platz für Zelte und Vans ohne Strom war durch Bäume und Büsche vom Rest des Camp­ing­platzes getren­nt und lag direkt am Meer. Dort war ich zeitweise ganz alleine oder es standen nur ein oder zwei Wagen in einiger Ent­fer­nung und abends kon­nte ich dem Rauschen des Meeres lauschen!

Ich mag die etwas rustikalere Art des Reisens im Camper­van. Alleine schon mor­gens die Schiebetür zu öff­nen und noch im Bett das Gefühl zu haben, direkt in der Natur zu sein 🙂 Ich fand mein Bett im Übri­gen äußerst bequem. Und das Kiwimo­bil hat ein Dachfen­ster, durch das ich im Bett liegend die Sterne betra­cht­en kon­nte!

Campen im Winter

Anders als die meis­ten Urlauber bin ich im Herb­st und Win­ter mit dem Camper­van umherg­ereist. Und im Großen und Ganzen ging das ziem­lich gut. In der Zeit gab’s wirk­lich wenig Regen und mit Schlaf­sack und entsprechen­der Klei­dung ging’s auch von den Tem­per­a­turen her 😉

Mit Mütze und Schal zu schlafen war defin­i­tiv ne neue Erfahrung, aber nicht unbe­d­ingt eine schlechte 🙂 Nur als ich wirk­lich mit­ten im Win­ter im recht südlich gele­ge­nen Dunedin gecampt habe, war der Punkt erre­icht, an dem ich mir doch ne richtige Unterkun­ft gewün­scht habe. Mor­gens war es am schlimm­sten. Nachts hat es jew­eils gefroren und der Camp­ing­platz lag in einem recht schat­ti­gen Tal, so dass es mor­gens wirk­lich eiskalt war. Draußen, in der Küche und im Bad. Mir sind die Füße halb erfroren, beim Zubere­it­en des Früh­stücks lief mir die Nase vor Kälte etc. Nach mein­er bish­er einzi­gen schlecht­en Erfahrung mit ein­er Airbnb-Unterkun­ft bin ich dann aber den­noch ziem­lich dankbar zu diesem Camp­ing­platz zurück­gekehrt und habe noch ein paar Nächte dort ver­bracht. Mit den neuen, wirk­lich war­men Stiefeln, die ich in Dunedin erstanden habe, ließen sich die eisi­gen Mor­gende dann auch direkt viel bess­er aushal­ten 🙂

Ich muss allerd­ings dazu sagen, dass ich nicht den ganzen Win­ter im Camper ver­bracht habe, son­dern einige Wochen lang im Rah­men eines Hous­esit­ting in einem richti­gen (aber nachts auch nicht sehr war­men) Haus gewohnt habe. Aber davon erzäh­le ich ein anderes Mal 🙂

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