Wellington — The coolest little capital

Wie so viele andere auch hat mich an Neusee­land natür­lich in erster Lin­ie die Natur gereizt. Und auf meinen Reisen genieße ich diese auch immer wieder. Aber wenn es darum geht, irgend­wo länger­fristig zu leben, dann bin ich eben doch ein Stadt­men­sch 🙂 Nach allem, was ich so gele­sen hat­te, wusste ich eigentlich schon vor mein­er Reise, dass Welling­ton die Stadt ist, in der ich leben möchte, falls ich hier sesshaft werde. Und meine Erwartun­gen haben sich bestätigt: ich habe mich ger­adezu in diese Stadt ver­liebt 🙂

Zahlen und Fakten

Zunächst ein­mal ein paar Zahlen und Fak­ten über Welling­ton:

Das Stadtgebiet Wellington auf einer Landkarte

Welling­ton ist Neusee­lands Haupt­stadt und liegt am süd­west­lichen Zipfel der Nordinsel. Mit knapp 204 Tsd. Ein­wohn­ern (2015) ist Welling­ton nach Auck­land und Christchurch die drittgrößte Stadt des Lan­des.

Wenn ihr von Ein­wohn­erzahlen in den 400-Tausendern lest, dann ist damit die ganze Region Welling­ton gemeint ;-).

Die Region Wellington auf einer Landkarte

Ach ja und Welling­ton ist außer­dem auch noch die südlich­ste Haupt­stadt der Welt!

Mit einem durch­schnit­tlichen Alter von 34 Jahren ist die Bevölkerung Welling­tons eine der jüng­sten des Lan­des; 73% der Ein­wohn­er sind im arbeits­fähi­gen Alter zwis­chen 15 und 65.

Die Abstam­mung der Ein­wohn­er Welling­tons ist zu 73% europäisch, zu 15% asi­atisch, zu 8% Māori und 5% stam­men von den paz­i­fis­chen Inseln. 24% sprechen eine andere Sprache als Englisch; die häu­fig­sten Sprachen nach Englisch sind Französich (5.622), Māori (4.536) und Samoanisch (4.161).

38% der Ein­wohn­er Welling­tons haben min­destens einen Bach­e­lor-Abschluss, was die höch­ste Quote in ganz Neusee­land ist. Mit $67.940 ist das durch­schnit­tliche Jahre­seinkom­men  eben­falls der Top-Wert des Lan­des. Der lan­desweite Durch­schnitt liegt bei $54.230. Die Arbeit­slosen­quote lag in 2015 bei 5,3% (lan­desweit bei 5,8%).

In 2015 lagen der durch­schnit­tliche Kauf­preis eines Haus­es in Welling­ton bei $546.200 und die durch­schnit­tliche wöchentliche Miete bei $400.

Welling­ton hat in 2012 den Inter­na­tion­al Live­able Com­mu­ni­ties Award der UN erhal­ten und gilt als eine der sich­er­sten Städte mit der höch­sten Leben­squal­ität weltweit (Platz 12 im 2016 Mer­cer Qual­i­ty of Liv­ing Index und akkred­i­tiert im WHO Inter­na­tion­al Safe Com­mu­ni­ties Pro­gramm).

Diese und weit­ere Zahlen find­et ihr hier.

Die Größe macht’s

Und was macht Welling­ton nun zu mein­er Lieblingsstadt im Land? Zunächst ein­mal hat Welling­ton für mich genau die richtige Größe. Nicht zu groß und nicht zu klein. Und sie hat eine richtige, kom­pak­te Innen­stadt 🙂 Das klingt vielle­icht erst mal komisch, aber wie ihr in späteren Beiträ­gen noch lesen werdet, hat sich ger­ade in Auck­land und Christchurch vieles in die einzel­nen Stadt­teile ver­lagert und man braucht schon ein Auto oder min­destens ein Fahrrad, um alles zu erre­ichen. Hier kann ich hinge­gen alles pri­ma zu Fuß erledi­gen. Sog­ar zu unserem Stadt­strand kann ich laufen! 🙂

Waterfront

Das ist die näch­ste schöne Seite Welling­tons: die Innen­stadt liegt direkt am Meer! Und es ist so her­rlich, am Wass­er zu sitzen oder daran ent­lang zu laufen 🙂

Oriental Bay; im Vordergrund Strand und dahinter grüne Hügel und HäuserBoote in Oriental Bay, Wellington

Dank der sehr speziellen Form dieser Stadt liegen auch viele andere Stadt­teile direkt am Wass­er oder ermöglichen zumin­d­est einen Blick darauf:

Stadtgebiet Wellington im Zoom

Die Region Welling­ton ver­fügt ins­ge­samt über fast 100 km Küste, an der sich sowohl Fel­sküste als auch Sand­strände find­en. Das Wass­er ist hier allerd­ings ziem­lich kalt und zum Schwim­men gehen dann doch nur die ganz Muti­gen ins Meer 🙂

Grüne Hügel

Welling­ton liegt nicht nur direkt am Wass­er, es ist darüber hin­aus auch noch sehr grün. Abge­se­hen von der rel­a­tiv flachen Innen­stadt ist die Stadt über grüne Hügel verteilt und ich genieße jede Fahrt in die äußeren Stadt­teile 🙂

Ausblick über grüne Hügel und Wellington

Kulturhauptstadt

Welling­ton gilt als Kul­turhaupt­stadt des Lan­des. Hier ist immer was los. Fes­ti­vals, Ausstel­lun­gen, The­ater, Live-Musik… so wird einem defin­i­tiv nicht lang­weilig 🙂 Vor kurzem gab es zum Beispiel eine ganze Rei­he kosten­los­er Konz­erte im botanis­chen Garten. Das war schon eine tolle Atmo­sphäre! Die Leute saßen auf Pick­nick­deck­en und Camp­ingstühlen auf der Wiese, hat­ten Essen und Trinken dabei und haben die Musik genossen. Und sobald es dunkel wurde, gin­gen in den umliegen­den Gärten Lichtin­stal­la­tio­nen an, die dort von Design-Stu­den­ten ange­bracht wor­den waren.

Konzertbühne im botanischen Garten, Wellington

Wer etwas über die Geschichte Neusee­lands erfahren will, sollte Te Papa, dem National­mu­se­um Neusee­lands, einen Besuch abstat­ten. Sog­ar ich als absoluter Muse­umsmuf­fel habe mich dort umgeschaut 🙂

Das Muse­um of Welling­ton, in dem ich per­sön­lich noch nicht war, ist unter den Top 50 Museen der Welt. Außer­dem gibt es über 50 Gale­rien in der Stadt!

Aber auch bei so ziem­lich jedem Spazier­gang finde ich neue, kreative Dinge:

Hauswand mit aufgemalten Fischen, Wellington Metallkunstwerk in Wellington Wandgemälde Reiter auf Pferd, Wellington Eingestrickte Fahrradständer, Wellington

Wellywood

Welling­ton ist außer­dem das Zen­trum der neuseeländis­chen Fil­min­dus­trie, was der Stadt den Spitz­na­men Welly­wood einge­bracht hat. In dem von Peter Jack­son mit­ge­grün­de­ten Film­stu­dios rund um die Weta Cave wur­den Filme wie King Kong, Herr der Ringe und Der Hob­bit pro­duziert.

Weta Work­shops als Teil dieser Film­stu­dios hat sich vor allem mit den Sets, Kostü­men, Waf­fen, Gestal­ten und Miniat­u­raus­führun­gen für die Herr der Ringe-Trilo­gie einen Namen gemacht und wirk­te beispiel­sweise auch bei der Pro­duk­tion von Avatar mit. Auch was Ani­ma­tio­nen, Spezial­ef­fek­te etc. ange­ht, sind diese Stu­dios wohl ganz vorne mit dabei und die Leute kom­men aus der ganzen Welt hier­her, um in diesen Stu­dios zu arbeit­en.

Nach allem, was man hier so hört, wer­den wohl derzeit Grund­stücke rund um die Film­stu­dios aufgekauft, um das Ganze noch weit­er auszubauen.

Es gibt zahlre­iche Touren, die einen nicht nur zu Drehort­en der Herr der Ringe– und Hob­bit-Filme hier in der Umge­bung brin­gen, son­dern einem auch Ein­blicke in die Film­stu­dios ermöglichen. Bis jet­zt habe ich so eine Tour noch nicht gemacht, aber wenn ich sie mache, dann werde ich natür­lich hier davon bericht­en 🙂

Kulinarisches

Welling­ton ist bekan­nt für seine Kaf­feekul­tur und seit eini­gen Jahren ist hier auch das Bier­brauen schw­er im Kom­men. Es gibt in Welling­ton über 300 Cafés, Bars und Restau­rants und es kom­men ständig neue dazu. Ich mag ja am lieb­sten die mit den ver­steck­ten Ter­rassen nach hin­ten raus, auf denen man sich gar nicht mehr mit­ten in der Stadt fühlt  🙂

Windy Wellington

Welling­ton gehört zu den windig­sten Städten der Welt. Wir haben hier nicht nur beson­ders starke Winde, es ist auch ein­fach ver­dammt häu­fig windig. Die höch­ste jemals gemessene Windgeschwindigkeit lag bei 248 km/h, die durch­schnit­tliche Windgeschwindigkeit am Flughafen beträgt 29 km/h und an durch­schnit­tlich 200 Tagen pro Jahr erre­icht der Wind Sturm­stärke, also min­destens 33 Knoten, was in etwa 60 km/h entspricht.

Das ist erst mal gewöh­nungs­bedürftig, aber ich muss sagen, ich mag den Wind. Auch in Sturm­stärke. Ich spüre ein­fach gerne die Kraft der Natur 🙂

Die höch­sten Windgeschwindigkeit­en, die ich hier so mit­bekom­men habe, lagen bei etwa 140 km/h. Unan­genehm wird’s aber eigentlich nur, wenn noch Regen dazu kommt. Oft genug scheint jedoch gle­ichzeit­ig die Sonne und dann ist es eben gar nicht schlimm 🙂 Man sollte sich nur hin­sichtlich der Klei­dung ein biss­chen drauf ein­stellen. Luftige Klei­der und Röcke kann man ruhig anziehen, aber man sollte zumin­d­est immer ne Hand frei haben, um sie fes­thal­ten zu kön­nen 😉

Hüte, Schir­m­mützen etc. sind natür­lich auch so ne Sache. Meinem Fre­und ist es vor eini­gen Wochen noch passiert, dass ihm eine solche Mütze vom Kopf gewe­ht wurde. Und nicht etwa ein­fach auf den Gehweg oder die Straße, son­dern über einen Zaun hin­weg in einen Anhänger hinein. Der Anhängerver­leih war natür­lich bere­its geschlossen und so blieb ihm nichts anderes übrig als dort anzu­rufen, woraufhin sich der Typ erst mal das Video der Sicher­heit­skam­eras angeguckt und sich kaputtgelacht hat. Am näch­sten Tag kon­nte Pieter seine Mütze wieder abholen 🙂

Regen­schirme machen hier auch wenig Sinn. Ich habe meinen nur ein­mal benutzt. Und das an einem ziem­lich wind­stillen Tag. Ich wurde trotz­dem schräg angeguckt. Seit­dem nutze ich regelmäßig meine Regen­jacke 🙂

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