Zealandia — ein kleines Paradies mitten in der Stadt

Zealan­dia — das ist ein wun­der­schönes Schutzge­bi­et für ein­heimis­che Pflanzen und Tiere. Und das mit­ten in Welling­ton. Ich habe Zealan­dia inzwis­chen zweimal besucht und kon­nte schon viele inter­es­sante Tiere ent­deck­en, habe aber noch lange nicht alle gese­hen. Da wer­den also ver­mut­lich noch so einige Erkun­dungs­touren fol­gen 🙂

Landkarte Zealandia Ecosantuary

Vision des Parks

Das 225 Hek­tar große Schutzge­bi­et ist laut der Zealan­dia-Web­site das erste sein­er Art. Es ist kom­plett umzäunt und die Vision dieses Pro­jek­ts für die näch­sten 500 Jahre (!) ist es, das Wald- und Frischwass­er-Ökosys­tem des Tals wieder weitest­ge­hend in den Zus­tand zu brin­gen, in dem es war, bevor die Men­schen anka­men.

Blick auf grünen Wald von oben, dahinter blauer Himmel

Bish­er wur­den 18 Arten von ein­heimis­chen Tieren wieder in das Gebi­et einge­führt, von denen sechs für mehr als 100 Jahren vom Fes­t­land Neusee­lands ver­schwun­den waren.

Warum das Ganze?

Vor Ankun­ft der Men­schen war Neusee­land ein Vogel-Land, isoliert und einzi­gar­tig. Da es keine Raubtiere gab, ent­stand eine ganz beson­dere Flo­ra und Fau­na, die son­st nir­gend­wo auf der Welt zu find­en ist. Ins­beson­dere über die let­zten 700 Jahre wurde dieses beson­dere Ökosys­tem durch den Men­sch und die von ihm eingeschleppten Raubtiere nahezu zer­stört. Viele Tier­arten sind vom Ausster­ben bedro­ht.

Blauer See, dahinter grüner Wald und im Hintergrund blauer Himmel

Und genau diese Arten sollen in Zealan­dia einen neuen, geschützten Leben­sraum find­en. Ins­beson­dere find­et man dort Vögel, Rep­tilien und Insek­ten.

Hochsicherheitstrakt

Das Gebi­et wird von einem speziellen Zaun umgeben, der das Ein­drin­gen aller möglichen eingeschleppten Tiere ver­hin­dern soll. Hoch genug, dass Katzen nicht drüber sprin­gen kön­nen, dicht genug, dass keine kleinen Tiere durchkom­men und oben und unten so kon­stru­iert, dass kein Tier drüber klet­tern oder drunter her bud­deln kann. Will man in diesen Hochsicher­heit­strakt, muss man vor den Augen der Mitar­beit­er seine Taschen durch­wühlen, um sicherzustellen, dass man nicht verse­hentlich uner­wün­schte Tiere mit ein­schleppt. Danach kann man Zealan­dia dann durch Sicher­heitss­chleusen betreten :-).

Ein kleines Paradies

Ist man ein­mal durch die Sicher­heitss­chleuse, fühlt es sich ein biss­chen so an, als sei man plöt­zlich in ein­er anderen Welt. Jeden­falls nicht mehr wie mit­ten in der Stadt. Es ist alles so grün, man sieht einen kleinen See und hört Vögel zwitsch­ern. Idylle pur 🙂

Blick über grünen Wald, dahinter blauer Himmel und Blick auf weit entfernte BergketteGrüner Hügel mit Wald und blauer Himmel im HintergrundSee mit grünen Hügel rundherum, in der Ferne vereinzelte Häuser

Vögel in Zealandia

In Zealan­dia gibt es 40 ver­schiedene Arten ein­heimis­ch­er Vögel, 24 von ihnen find­et man in keinem anderen Land der Erde.

Einige von ihnen habe ich schon selb­st gese­hen. Zum Beispiel Kākās, die putzi­gen Wald­pa­pageien:

Zwei Kakas an einer FutterstelleKaka, der aus seiner rechten Kralle futtert

Und Kor­morane:

Zwei Kormorane vor großen Ästen im See

Kākārikis:

Kakariki auf Ast, jeweils ein Spatz links und rechtsKakariki auf Ast, Futter in rechter Kralle

Robins:

Robin auf Ast von hintenRobin auf Ast von der Seite

Tuis:

Tui zwischen Ästen

Hihis:

Männlicher Hihi

Und Vögel, von denen ich nicht weiß, wie sie heißen:

Vogel in NestZwei Vögel auf Weg, von Fotograf weglaufend

Reptilien, Frösche und wirbellose Tiere

In Zealan­dia gibt es außer­dem zahlre­iche Ech­sen, Frösche, Heuschreck­en, Sch­neck­en und so weit­er zu ent­deck­en. Ich habe immer­hin schon Tuataras gese­hen, die als lebende Fos­silien beze­ich­net wer­den, weil sie schon zur Zeit der Dinosauri­er gelebt haben:

Tuatara

Schutz vor Raubtieren

Die durch den Men­schen eingeschleppten Tiere und Pflanzen stellen eine große Gefahr für die ein­heimis­che Flo­ra und Fau­na dar. Mit­tler­weile hat Neusee­land deswe­gen super strenge Ein­fuhrregelun­gen und selb­st Wan­der­schuhe wer­den bei der Ein­reise einem Chemiebad unter­zo­gen, wenn sie nicht vorher peni­bel gere­inigt wur­den.

Die Liste der als Schädlinge (pest) eingestuften Tiere ist lang:

  • Einige Ameisen
  • Einige Fis­che
  • Frettchen
  • Haustiere wie Katzen und Hunde
  • Her­me­line
  • Igel
  • Kan­inchen
  • Pos­sums
  • Rat­ten
  • Rehe/Hirsche
  • Einige Schmetter­linge
  • Einige Skinks
  • Wal­la­bies (kleine Kän­gu­ru-Art)
  • Wespen
  • Wiesel
  • Wildpferde
  • Ziegen

Was aber tun mit den Pflanzen und Tieren, die schon im Land sind und sich aus­ge­bre­it­et haben? Trau­riger­weise lautet die Antwort darauf häu­fig “abtöten” und “abschlacht­en” :-(.

Auf vie­len mein­er Wan­derun­gen habe ich Fall­en und Giftköder gese­hen. Und für nicht wenige Neuseelän­der gilt: “Nur ein totes Pos­sum ist ein gutes Pos­sum”. Finde ich ja ganz schreck­lich! Deshalb gefällt mir Zealan­dia so gut. In meinen Augen macht es viel mehr Sinn (und ist es ethisch viel bess­er vertret­bar), Schutz­zo­nen für die gefährde­ten, ein­heimis­chen Tiere einzuricht­en, als die eingeschleppten Tiere am laufend­en Band zu töten und sie doch nie auszurot­ten.

In Zealan­dia hat­te ich nun auch die Gele­gen­heit, eine als “human” beze­ich­nete Falle von innen zu sehen:

Humane Falle von innen

Also wenn das human ist, dann weiß ich auch nicht :-(.


 

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