Pakete nach Neuseeland versenden — Eine Odyssee

Ob Care-Pakete mit Lieblings-Lebens­mit­teln oder Kar­tons voller Klam­ot­ten, die nicht mehr in den Kof­fer gepasst haben — bei einem län­geren Aufen­thalt in Neusee­land kommt es schon mal vor, dass einem jemand ein Paket  aus der alten Heimat schick­en möchte. Das kann gut gehen… muss es aber nicht 😉

Die Bilanz

Meine bish­erige Bilanz: von den fünf an mich geschick­ten Paketen sind drei unversehrt und ver­hält­nis­mäßig zügig angekom­men. Zwei sind wieder zurück nach Deutsch­land gegan­gen 🙁

Pakete auf Reisen empfangen

Auf meinem Flug nach Neusee­land kon­nte ich 30 kg Gepäck aufgeben und 7 kg Handgepäck mit an Bord nehmen. Auch wenn das vielle­icht erst mal gar nicht so wenig klingt, so war es bei ein­er so lan­gen Reise doch gar nicht so ein­fach, sich auf dieses Gewicht zu beschränken. Also gab es in den let­zten Tagen vor der Abreise mehrere Run­den des Aus­sortierens und Wiegens und let­z­tendlich hat es dann so ger­ade hinge­hauen.

Nach rel­a­tiv kurz­er Zeit war dann aber klar, dass ein Paket aus Deutsch­land mit ein paar mehr Sachen gar nicht verkehrt wäre. Das Prob­lem war nur: Ich war mit meinem Kiwimo­bil (meinem Camper­van) unter­wegs und hat­te keine feste Adresse. Die Pakete sind ja ne Weile unter­wegs und ich kon­nte nicht so ganz genau abse­hen, wo ich mich aufhal­ten werde, wenn das Paket ankommt. Außer­dem wollte ich es auch nicht an einen Camp­ing­platz schick­en lassen.

Dafür gibt’s aber eine ganz tolle Lösung: Poste Restante. Das ist ein Ser­vice der neuseeländis­chen Post, der es einem ermöglicht, Briefe und Pakete direkt an Post­fil­ialen zu schick­en. Dort kön­nen sie bis zu zwei Monate gelagert wer­den, bevor man sie schließlich abholt. Die erste Woche Lagerung ist für alle Briefe und Pakete kosten­los und für Pakete, die schw­er­er als 2 kg sind, kostet’s ab der zweit­en Woche $2,50 pro Woche. Ich finde, das ist ein ganz guter Deal 🙂

Die genauen Kon­di­tio­nen und alle teil­nehmenden Post­fil­ialen find­et ihr hier.

Die Preise

Pakete um die Welt zu schick­en ist natür­lich nicht ganz gün­stig. Aber ich zahle den­noch lieber €60 Por­to für ein 10kg-Paket voller Klei­dung, die son­st nur unnütz in Kar­tons rum­liegen würde, als mir hier neue Klam­ot­ten zu kaufen 🙂

Auf den Inhalt kommt es an

Sollen Pakete nach Neusee­land geschickt wer­den, sind sie mit ein­er detail­lierten Inhalt­sliste zu verse­hen. Außer­dem müssen die stren­gen Ein­fuhrregelun­gen Neusee­lands beachtet wer­den. Was ins Land darf und was nicht, wann Pakete zusät­zliche Zoll- und Mehrw­ert­s­teuerzahlun­gen aus­lösen etc. find­et ihr hier.

Wenn’s gut geht…

Im Ide­al­fall ist ein Paket aus Deutsch­land so zehn bis 15 Tage unter­wegs. Um die Wei­h­nacht­szeit rum kann’s schon mal länger dauern. Fre­unde haben mir erzählt, dass sie schon mal zwei Monate auf Pakete aus der Heimat gewartet haben. Ist also alles etwas schwierig zu kalkulieren 😉

Eine Fre­undin hat ihr Paket in geöffnetem Zus­tand erhal­ten, nach­dem sich der Zoll den Inhalt ihres Pakets offen­sichtlich näher anguck­en wollte.

Drei der fünf Pakete, die mir aus Deutsch­land gesendet wur­den (nicht alle mit Klei­dung gefüllt 😉 ), sind jeden­falls unversehrt und ohne größere Verzögerun­gen angekom­men.

Wenn’s schief geht…

Nach der Auflö­sung meines Haushalts kon­nte ich meine restlichen Sachen net­ter­weise bei mein­er Fre­undin Lisa ein­lagern. Da ich inzwis­chen nach der ganzen Rum­reis­erei einen fes­ten Wohn­sitz und damit auch wieder ein biss­chen mehr Lager­möglichkeit­en habe, hat Lisa mir im Dezem­ber drei Pakete mit Klei­dung geschickt. Eins davon gehört in die Kat­e­gorie “unversehrt und ohne größere Verzögerun­gen angekom­men”. Mit zwei Paketen ist es aber gründlich schief gelaufen 🙁 . Hier der ganze Ablauf des Dra­mas:

Tag 1: Die bei­den Pakete wer­den in Deutsch­land der Post übergeben.

Tag 5: Gemäß Online-Track­ing haben die Pakete Deutsch­land ver­lassen.

Tag 25: Die Pakete sind endlich in Auck­land angekom­men. Laut Track­ing sind sie nun auf dem Weg zum lokalen Depot, wom­it ver­mut­lich Welling­ton gemeint ist.

Tag 27: Die Pakete sollen im lokalen Depot angekom­men sein, wobei immer noch Auck­land als Ort aufge­führt wird.

Tag 33: Der Sta­tus des einen Pakets sagt plöt­zlich etwas von inter­na­tionalem Ver­sand und ich breche ein biss­chen in Panik aus. Also rufe ich bei der neuseeländis­chen Post an, um dort zu erfahren, dass die bei­den Pakete bere­its auf dem Weg nach Welling­ton gewe­sen sind, aber aus unbekan­ntem Grund nach Auck­land zurück­ge­bracht wur­den. Den Sta­tus des inter­na­tionalen Ver­sands kann man mir auch nicht erk­lären.

Tag 34: Ich bekomme eine Email von der neuseeländis­chen Post, die bestätigt, dass man Erkundi­gun­gen zu dem einen Paket ein­holt.

Tag 35: Ich bekomme eine ähn­liche Bestä­ti­gungs-Email für das zweite Paket. Mit­tler­weile lautet auch der Sta­tus des zweit­en Pakets “Inter­na­tionaler Ver­sand”. Also rufe ich erneut den Kun­denser­vice der neuseeländis­chen Post an. In diesem Gespräch erfahre ich, dass die Pakete nicht nur auf dem Weg nach Welling­ton, son­dern bere­its in Welling­ton gewe­sen sind. Dort wur­den sie offen­sichtlich beschädigt und aus irgen­deinem, mir abso­lut unver­ständlichen Grund, schien man es deshalb für sin­nvoll zu hal­ten, die Pakete daraufhin nicht auszuliefern, son­dern um die halbe Erd­kugel an Lisa zurück­zuschick­en. Für die neuseeländis­che Post ist die Sache damit offen­sichtlich erledigt und die Fälle sind geschlossen. Ich erk­läre aber erneut, dass ich die Pakete unbe­d­ingt haben möchte und sie auch im beschädigten Zus­tand nicht nach Deutsch­land zurück­geschickt wer­den sollen. Die bei­den Fälle für die Pakete wur­den also erneut geöffnet.

Tag 40: Man hin­ter­lässt mir eine Sprach­nachricht, in der man erk­lärt, dass das eine Paket beschädigt und nach Deutsch­land zurück­ge­sandt wor­den sei, wo es derzeit bear­beit­et werde. Fall erledigt. Also schreibe ich eine aus­führliche Beschw­erde-Email an die neuseeländis­che Post mit ein­er Forderung nach Erstat­tung der Por­tokosten in der nicht unwesentlichen Höhe von €120.

Tag 41: Der Kun­denser­vice ruft mich erneut an und stimmt ein­er Erstat­tung grund­sät­zlich zu, unter dem Vor­be­halt, dass man nichts her­aus­find­et, was dem ent­ge­gen spräche. Klasse Aus­sage 😉 . Das Geld kann aber wed­er an mich als Empfänger noch an Lisa mit einem deutschen Kon­to über­wiesen wer­den. Stattdessen muss sich Lisa als Absender an die deutsche Post wen­den, um das Geld zurück­zubekom­men.

Und weiter geht’s am anderen Ende der Welt…

Tag 42: Die Pakete wur­den ver­sucht, Lisa zuzustellen, sind daraufhin aber in der Post­fil­iale gelandet. Und es wird immer bess­er: Auf dem Abholzettel ste­ht, dass Lisa weit­ere €40 zahlen muss, um die Pakete wieder in Emp­fang nehmen zu dür­fen.

Tag 43: Lisa will die Pakete abholen, man rät ihr in der Post aber, erst mal die Hot­line anzu­rufen, bevor sie die €40 zahlt.

Tag 46: Lisa ruft bei der deutschen Post an, um dort zu erfahren, dass sie die Pakete doch erst mal abholen und die €40 zahlen muss. Also macht sie genau das. Und der Anblick tut weh 🙁

Stark beschädigtes Paket mit diversen Aufklebern Zerquetschtes Paket Stark beschädigtes Paket

Tag 49: Lisa ruft erneut bei der Post an, nur um zu erfahren, dass sie den Sachver­halt per Email erläutern muss.

Tag 51: Lisa schickt die Email ab, mit dem Resul­tat, dass die Email-Adresse, die man ihr genan­nt hat, nicht existiert. Also ver­sucht sie es über das Kon­tak­t­for­mu­lar, mit der Rück­mel­dung “Upps, da ist wohl was schief gegan­gen”. Daraufhin ruft sie erneut beim Kun­denser­vice an. Dies­mal kann man die Rekla­ma­tion tele­fonisch ent­ge­gen­nehmen.

Tag 56: Lisa erhält eine Email, die ihr mit­teilt, dass sie nun noch ein­mal den Sachver­halt per Email schildern und die Quit­tun­gen mitschick­en soll.

Tag 59: Lisa ver­schickt die Email mit Sachver­haltss­childerung und Quit­tun­gen.

Tag 67: Lisa erhält eine Email, in der man sich bere­it erk­lärt, aus Kulanz (!) das Por­to für die bei­den Pakete und das zusät­zliche Ent­gelt bei Ent­ge­gen­nahme der Pakete zu erstat­ten. Die Kar­tons, die Lisa jet­zt erneut kaufen muss, sind unser eigenes Prob­lem. So weit reicht die großzügige Kulanz der Post dann wohl doch nicht. Hmm, für mich ist das ein klar­er Fall von Leis­tung nicht erbracht und deswe­gen Ent­gelt erstat­tet. Das hat in meinen Augen nicht viel mit Kulanz zu tun, aber nun ja, ich bin ger­ade ein­fach nur froh, dass wir das Geld zurück haben 🙂

Tag 69: Lisa hat endlich das Geld auf ihrem Kon­to.

Auf ein Neues

Lisa hat die Klam­ot­ten inzwis­chen in neue Kar­tons gepackt und wird sie nun noch ein­mal ver­schick­en. Dabei hat sie net­ter­weise den Inhalt der zer­störten Pakete anhand der zuvor beige­fügten Pack­lis­ten auf Voll­ständigkeit über­prüft und es ist tat­säch­lich ein biss­chen lustig: entwed­er hat sich Lisa beim erst­ma­li­gen Pack­en verzählt oder es fehlt ein­er mein­er Slips 😉

Ich werde jeden­falls bericht­en, was mit den neuen Paketen passiert 🙂

Was sind eure Erfahrun­gen mit Paketen von Deutsch­land nach Neusee­land oder ander­sherum? Gibt es weit­ere Dra­men oder vielle­icht auch lustige Geschicht­en? 😉


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2 Antworten auf „Pakete nach Neuseeland versenden — Eine Odyssee“

  1. Es ist wirk­lich ärg­er­lich, wenn der Paket-Ver­sand ins Aus­land nicht klap­pen will. Ich war als Aus­tauschschüler ein Jahr in Neusee­land. Meine Fam­i­lie wollte mir einen Kof­fer voller wichtiger Dinge nach­schick­en. Was soll ich sagen nach zwei Rück­sendun­gen und ein­er erfol­gre­ichen Zustel­lung hat­te ich schließlich, was ich brauchte. Das gehört eben auch zu Aus­land­saufen­thal­ten dazu.

    1. Oh je, das klingt ja auch so stres­sig! Freut mich, dass es dann let­z­tendlich doch noch geklappt hat 🙂
      Bei mir ist das Gott sei Dank die einzige wirk­lich neg­a­tive Erfahrung geblieben. Alle anderen Pakete und Briefe sind direkt beim ersten Ver­such angekom­men. Manch­mal so schnell, dass das Online-Track­ing gar nicht hin­ter­her kam 😉

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