Franz Josef — Heli-Hike-Tour zum Gletscher

Let­ztes Jahr im Juli war ich in Franz Josef und habe mir dort eine ganz beson­dere Tour gegön­nt: Mit dem Helikopter ging’s rauf auf den Gletsch­er und dann mit Steigeisen über’s Eis. Nicht ger­ade gün­stig, aber defin­i­tiv ein weit­eres High­light mein­er Reise.

Ankunft in Franz Josef

Da ich im Herb­st und Win­ter durch Neusee­land gereist bin, kon­nte ich die Natur, die Camp­ing­plätze und auch die Touri-Attrak­tio­nen weitest­ge­hend genießen, ohne dabei Touris­ten-Massen aus­ge­set­zt zu sein. Defin­i­tiv ein Vorteil der Neben­sai­son 🙂

Als ich aber nun nach Franz Josef kam, waren plöt­zlich über­all Camper­vans und Wohn­mo­bile! Der kleine Ort lebt in erster Lin­ie vom Touris­mus und beste­ht haupt­säch­lich aus Camp­ing­plätzen, Gas­tronomie und Tour-Anbi­etern. Klingt erst mal unschön, aber durch die Lage am Fuß des Gletsch­ers und bei schön­stem Son­nen­schein hat’s mir dann trotz­dem gut gefall­en 🙂

Abge­se­hen von dem kleinen Touri-Ansturm fing mein Aufen­thalt in Franz Josef auch schon gut an: Ich hat­te mal wieder einen schö­nen Camp­ing­platz gefun­den, auf dem ich mich ziem­lich wohl gefühlt habe.

Campingplatz im Regenwald mit Hügel und blauem Himmel im Hintergrund

Die Wanderung zum Fuß des Gletschers

Am ersten Tag bin ich zunächst mal so weit wie möglich an den Gletsch­er ran gelaufen. Dafür ging’s mit dem Auto ein kleines biss­chen aus dem Örtchen raus zu einem Park­platz am Anfang des Wan­der­wegs. Und dieser Park­platz war schon wieder voller Autos und Camper­vans. Bis dahin echt ein unge­wohntes Bild für mich. Ich war ein­same Wan­derun­gen gewöh­nt und dann das. War aber trotz­dem schön 🙂

Egal, ob ihr auch mit dem Hub­schrauber rauf auf’s Eis wollt oder nicht; die Wan­derung zum Fuß des Gletsch­ers soll­tet ihr euch nicht ent­ge­hen lassen, wenn ihr da in der Gegend seid. Hier ein paar Ein­drücke:

Regenwald, dahinter Berge mit GletscherWasserfälle an grünem HangFluss, der auf Felsen und Gletscher zuläuft

Sieht gar nicht so nach Touri-Massen aus, ne? 😉

WasserfallFelsenBemooste Steine mit Fluss und Hügeln im HintergrundBemooste Steine und dazwischen sprießende Pflanzen

Es gab Zeit­en, da kon­nte man bis zum Eis laufen. In den let­zten Jahren hat sich das Eis aber so weit zurück­ge­bildet, dass das viel zu gefährlich wäre und man nur noch mit Hub­schraubern rauf auf’s Eis kommt. Aus dieser Ent­fer­nung sieht das let­zte Überbleib­sel des Gletsch­ers eher trau­rig aus, finde ich.

Felshang mit WarnschildernSteiniger Hang mit Rest vom Gletscher am oberen Ende

Die Heli-Hike-Tour

Am näch­sten Tag ging’s dann los zur Heli-Hike-Tour. Das heißt: mit dem Hub­schrauber rauf auf den Gletsch­er und dann ein biss­chen über’s Eis laufen.

Nun sind viele Touren auch ein biss­chen wet­ter­ab­hängig und bei dieser Tour ging’s direkt span­nend los: Als ich beim Tour-Anbi­eter ankam, war erst mal gar nicht klar, ob unsere Tour wie geplant stat­tfind­en würde. Der erste Flug am Mor­gen war schon wegen zu starken Winds abge­sagt wor­den und nun mussten wir für die zweite Runde noch ein biss­chen abwarten, bis es grünes Licht gab.

Und dann ging’s endlich los. Wie so häu­fig bei diesen Touren, waren schon die Vor­bere­itun­gen ein biss­chen aufre­gend. Wir wur­den mit Hosen, Jack­en, Schuhen, Steigeisen, Stöck­en und kleinen Umhänge­taschen aus­ges­tat­tet, mit­samt der ganzen Aus­rüs­tung gewogen und anschließend anhand des Gewichts auf zwei Hub­schrauber aufgeteilt. Ein­er durfte jew­eils vorne sitzen und die anderen vier mussten sich auf die Rück­bank quetschen.

Der Hubschrauberflug zum Gletscher

Ich bin noch nie mit einem Hub­schrauber geflo­gen und hab’s auch nicht so mit der Höhe. Der Flug war also ver­dammt aufre­gend. Und das ging nicht nur mir so 😉

Blick aus Huschrauber hinaus auf grüne Hügel

Trotz der ganzen Aufre­gung war es aber großar­tig, die Land­schaft so von oben betra­cht­en zu kön­nen! Zwis­chen­durch wurde mir ein biss­chen mul­mig, wenn wir für meinen Geschmack zu nah an die Felsen ran geflo­gen sind, aber davon abge­se­hen war es ein­fach toll und ich war ein biss­chen ent­täuscht, als wir schon nach ziem­lich kurz­er Zeit auf dem Gletsch­er gelandet sind.

Hubschrauber auf Gletscher, davor eine Person auf dem Eis

Die Wanderung auf dem Eis

Auf dem Gletsch­er angekom­men hieß es dann: Steigeisen anschnallen, Stöcke in die Hand und loslaufen. Und das war erst mal ganz schön unge­wohnt ;-). Sobald wir uns ein­mal an die Steigeisen gewöh­nt hat­ten, waren wir jedoch recht sich­er auf dem Eis unter­wegs und es war echt ne tolle Erfahrung.

Autorin in Winterkleidung auf Gletscher

Die Strecke, die unser Guide (Andrew) uns ankündigte, sah total kurz aus, aber let­z­tendlich waren wir ne ganze Weile unter­wegs. Andrew hat uns dabei den Weg immer einiger­maßen bege­hbar gemacht:

Guide bereitet mit Spitzhacke den Weg durch's Eis vor

Euch fällt vielle­icht der Unter­schied im Klam­ot­tenum­fang zwis­chen Andrew und mir auf… bis kurz vor Ende war mir viel zu warm! Ich hat­te mich sooo warm eingepackt und kon­nte auch nix ausziehen, da wir nur eine kleine Tasche mit auf den Gletsch­er nehmen durften und ich nicht wusste, wohin mit dem Kram.

Aber wie immer in der neuseeländis­chen Natur sollte man ja für alles gewapp­net sein. Wäre unser Rück­flug deut­lich verzögert wor­den, wäre es da oben ohne Son­nen­schein näm­lich ver­dammt kalt gewor­den.

Vier Personen laufen über GletscherGletschereis mit Bergen im Hintergrund

Mit Andrew hat­te ich mal wieder einen sehr net­ten Guide erwis­cht und er hat uns einige inter­es­sante Dinge über den Gletsch­er, dessen Entste­hung, Bewe­gung etc. erzählt. Und zwis­chen­durch kon­nten wir dann weit­er oben auch direkt ein biss­chen Eis purzeln sehen.

Autorin kriecht durch Eistunnel

Entspanntes Finale

Nach ner ordentlichen Wan­derung über’s Eis mit Krabbeln durch einen kleinen Eis­tun­nel und Trinken von Gletscher­wass­er gab’s dann noch ein­mal eine kleine Runde mit dem Heli und anschließend ging’s zurück zum Boden.

In meinem Tour-Paket war außer­dem noch ein Besuch in den war­men bis heißen Außen­pools des hiesi­gen Well­ness-Tem­pels enthal­ten und so habe ich den Tag dort ganz entspan­nt ausklin­gen lassen 🙂

Fazit

Alles in allem war die Tour defin­i­tiv ein weit­eres High­light mein­er Reise! Da mein per­sön­lich­er Unter­hal­tungswert ver­gle­ich­bar mit meinen son­sti­gen Touren war, der Preis mit $450 aber deut­lich höher lag, standen hier für mich Preis und Leis­tung nicht in einem so guten Ver­hält­nis wie bei den anderen Touren. Aber naja, sowas macht man ja ver­mut­lich auch nur ein­mal im Leben 🙂


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