Tierischer Besuch — Eine Weta im Haus

Neusee­land hat eine einzi­gar­tige Tier­welt. Dazu gehören z. B. viele hüb­sche Vögel und Tuataras, die Ech­sen aus der Zeit der Dinosauri­er. Aber auch Weta, die Urzeit-Schreck­en. Und während ich die auf Bildern noch ganz inter­es­sant und draußen vor’m Haus auch okay finde, so hat der Besuch ein­er Weta im Haus doch leichte Panik ausgelöst 😉

Was genau sind Weta?

Weta (Sin­gu­lar = Plur­al) sind eine Fam­i­lie von Langfüh­ler­schreck­en, die über­wiegend auf der Süd­hal­bkugel vorkom­men. Es gibt ca. 70 ver­schiedene Arten unter­schiedlich­ster Form und Größe. Einige von ihnen gehören zu den größten und schw­er­sten Insek­ten der Welt. Ihr Name ist von dem Maori-Wort Weta­pun­ga abgeleit­et, was „Gott der hässlichen Dinge“ bedeutet. Und so inter­es­sant sie auch sind, hüb­sch finde ich sie wirk­lich nicht 😉

Meine bisherigen Begegnungen mit Weta

Ich bin bis jet­zt noch nicht vie­len Weta begeg­net. Ein­mal, als ich hier in Welling­ton noch ein biss­chen abgele­gen­er gewohnt habe, saß, als ich abends im Dunkeln nach Hause kam, eine sagen wir mal mit­tel­große Weta auf der Veran­da. Ich habe mich ordentlich erschrock­en, kon­nte aber um sie herum laufen und sie hat sich nicht gerührt 🙂

Beim under­world raft­ing (werde ich noch näher von bericht­en) haben wir in den Höhlen ’ne kleine Höhlen-Weta gesehen.

Und hier vor’m Haus habe ich auch schon mal ne rel­a­tiv kleine Weta gese­hen. Hier seht ihr sie hin­ter unserem Katerchen sitzen:

Schwarz-weiße Katze auf Mauer und dahinter eine kleine Weta

Das war ja noch alles harmlos 🙂

Die Begegnung im Haus

Als ich die Tage spät abends ins Bad kam, saß da aber eine Weta am Spiegel. Was habe ich mich erschrock­en! Ich bin regel­recht zurückgesprungen 🙂

Auch wenn sie gar nicht sooo groß war, mit­samt ihrer super lan­gen Füh­ler hätte ich die Gute nicht mit einem Glas raus­brin­gen kön­nen. Meine Mit­be­wohner­in (Lisa) war schon im Bett, so dass ich mir nicht wirk­lich zu helfen wusste und ein­fach wieder ins Bett gegan­gen bin 🙂 In der Hoff­nung, dass die Weta am näch­sten Tag weg wäre. Selb­st raus­ge­hüpft oder von Lisa raus­ge­set­zt oder von den Katzen gefangen.

Als ich am näch­sten Mor­gen aufge­s­tanden bin, war die Weta auch weg. Aber da Lisa schon bei der Arbeit war, wusste ich jet­zt nicht, ob sie wirk­lich weg ist oder sich nur zum Schlafen verkrochen hat. Weta sind ja nach­tak­tiv. Das war mir den ganzen Tag nicht so ganz geheuer und als Lisa nach Hause kam, stellte sich auch raus, dass sie nichts von der Weta wusste.

Etwas später hat sich mein Ver­dacht dann bestätigt: Die Weta hat­te nur geschlafen. Da saß sie nun auf der Flasche mit dem Reini­gungsmit­tel (siehe Beitrags­fo­to). Wenn ich mir das Foto jet­zt angucke, finde ich, dass die Weta wirk­lich ziem­lich klein war. In dem Moment schien sie deut­lich größer 🙂

Wir haben uns bei­de unheim­lich angestellt, aber Lisa war let­z­tendlich mutig. Aus Angst, dass die Weta sie anspringt, hat sie sich sicher­heit­shal­ber noch mit einem Hand­tuch eine Art Schild gebaut und dann ganz langsam die Flasche zum Fen­ster bugsiert, um die Weta bloß nicht zum Sprin­gen anzure­gen. Da ließ sie sich leicht abschüt­teln. Puh, was eine Aufregung 😉

Es bleibt hoffentlich eine Ausnahme

Lisa meinte, dass es eigentlich unüblich ist, dass Weta ins Haus kom­men. Als die Katzen klein waren, haben sie wohl ziem­lich oft Weta angeschleppt, aber jet­zt schon lange nicht mehr. Vielle­icht war eine von ihnen für diesen tierischen Besuch ver­ant­wortlich. Ich hoffe jeden­falls, dass das erst mal die let­zte Über­raschung dieser Art war 😉

Das Weta-Motel

Am Woch­enende war ich mit zwei Fre­undin­nen auf Somes Island, ein­er Insel in der Welling­ton-Bucht. Und dort gibt es ein Weta-Motel. Das ist ein dün­ner Baum­stamm, den man aufk­lap­pen kann und dann sieht man hin­ter kleinen Fen­stern Wetas schlafen. Hin­ter diesen Scheiben sind sie mir schon deut­lich lieber 🙂

Andere tierische Besucher

Im Ver­gle­ich zu Aus­tralien ist Neusee­land ja ziem­lich harm­los, was gefährliche und eklige Tiere ange­ht. Nun gut, Let­zteres liegt ja auch im Auge des Betra­chters, aber ich stelle mich bei Insek­ten und Spin­nen schon ein biss­chen an und kann da auch nicht wirk­lich gegen an.

Die vier Tage, die ich in Syd­ney war, bevor ich nach Neusee­land gekom­men bin, war ich ständig mit ekli­gen Tieren beschäftigt. Kak­er­lak­en im Haus und riesige Spin­nen in Büschen und Bäu­men. Das ist hier Gott sei Dank anders 🙂

Ger­ade jet­zt, wo ich hier ziem­lich city-nah wohne, gibt’s da nicht viele unan­genehme Begeg­nun­gen. Zweimal gab’s Spin­nen, bei denen ich so rein größen­mäßig schon sehr nah an meine Gren­zen gekom­men bin. Da hat sich Lisa mal mehr angestellt als ich und ich musste die Mutige sein 😉

Vor kurzem habe ich dann noch eine rel­a­tiv kleine Spinne gefun­den und erst als ich sie im Glas näher betra­chtet habe, habe ich fest­gestellt, dass es eine white tailed spi­der war. Die gel­ten als ziem­lich aggres­siv und bei ihnen trifft die Aus­sage „Die hat doch mehr Angst vor dir als du vor ihr“ wohl nicht zu. Ihre Bisse kön­nen zu hefti­gen Entzün­dun­gen führen, die z. T. sog­ar operiert wer­den müssen. Es ist wohl kein Gift, das zu den Entzün­dun­gen führt und so ganz sich­er ist es schein­bar auch nicht, was diese aus­löst. Ich habe da schon unter­schiedliche Dinge gele­sen. U. a. kön­nte es damit zusam­men­hän­gen, was die Spinne vorher gegessen hat und sich noch an ihren Fän­gen befindet.

Ich war jeden­falls froh, dass ich sie nicht, wie erst über­legt, ein­fach habe rum­laufen lassen 🙂 Diese Spin­nen verkriechen sich gerne zwis­chen Klei­dung und Handtüch­ern, vor allem in Boden­nähe. Und meis­tens kommt es zu Bis­sen, wenn man diese Klei­dungsstücke bzw. Handtüch­er in die Hand nimmt und die Spinne sich ange­grif­f­en fühlt. Bei mir fiel sie auch aus einem Tuch raus, das auf dem Boden gele­gen hat­te. Aber ich hat­te ja nochmal Glück 🙂

Und von wo wurde diese Spin­nenart eingeschleppt? Natür­lich aus Aus­tralien. So wie auch die giftige red­back spi­der.

Das war’s aber auch schon an unan­genehmen Begeg­nun­gen. Für 12 Monate doch gar nicht so schlecht. Ich hoffe, ich kon­nte diejeni­gen unter euch, die sich so wie ich auch mit sämtlichen Krabbeltieren ein biss­chen anstellen, beruhi­gen: Neusee­land ist da ziem­lich harmlos 🙂


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