Mein Studium in Neuseeland — Die Hälfte ist geschafft!

Let­zte Woche war es so weit: Die Hal­bzeit meines Studi­ums war erre­icht. In diesem Beitrag find­et ihr ein Update, wie es bish­er so läuft, sowie einen kleinen Aus­blick für die näch­sten paar Monate…

Das erste Trimester

In meinem ersten Beitrag zu diesem The­ma habe ich euch ja schon ein biss­chen von meinem Ein­stieg ins Studi­um in Neusee­land erzählt. Inzwis­chen ist das erste Trimester rum und wir befind­en uns schon mit­ten im zweit­en. Irgend­wie haben wir es tat­säch­lich geschafft, alle fünf Tests zu beste­hen und alle sechs Sem­i­narar­beit­en sowie bei­de Präsen­ta­tio­nen rechtzeit­ig fer­tig zu bekom­men. Und mit meinen Noten bin ich auch ganz zufrieden 🙂

Aber ein­fach war es nicht. Zum einen waren es ein­fach sehr viele Prü­fungsleis­tun­gen, die inner­halb von 13 Wochen zu erbrin­gen waren und dann gin­gen die Ansprüche der Dozen­ten auch noch sehr weit auseinan­der: Während der eine sich mit den vom Haupt-Cam­pus vorgegebe­nen Assign­ments gar nicht wirk­lich auskan­nte und den Ein­druck machte, als sei ihm auch eigentlich alles egal, kon­nten wir den anderen nie zufrieden­stellen, egal wie viel Arbeit wir in unseren Report gesteckt haben.  Am Ende haben wir ein­fach aufge­hört, Feed­back einzu­holen 😉

Das zweite Trimester

Nach dem ersten Trimester waren erst mal zwei Wochen Ferien ange­sagt und dann ging’s auch schon los mit dem zweit­en Trimester. Das startete mit drei neuen Fäch­ern und gle­ich vier neuen Dozen­ten sowie ein­er neuen Kom­mili­tonin.

Das Team

Unsere neue Mit­stu­dentin wollte eigentlich mit uns zusam­men im Feb­ru­ar starten, aber die Bear­beitung ihres Visums hat sich so lange hinge­zo­gen, dass sie let­z­tendlich erst im zweit­en Trimester eingestiegen ist.

Unsere Gruppe ist damit weit­er­hin ziem­lich mul­ti-kul­ti: Die neue Kom­mili­tonin kommt aus Viet­nam, eine der Dozentin­nen aus Ameri­ka und ein Dozent aus Kana­da (mit einem deutschen Eltern­teil).

Eine Stu­dentin haben wir aber lei­der nach den ersten paar Wochen im neuen Trimester ver­loren: Sie ist mit ihrem Mann zusam­men auf unbes­timmte Zeit zurück nach Chi­na gegan­gen, weil ihre Schwiegermut­ter an Krebs erkrankt ist 🙁 So etwas plant man natür­lich nicht ein, wenn man in so ein Aben­teuer in einem frem­den Land auf­bricht. Es tut mir auch unheim­lich leid für sie. Da hat sie so viel in das Studi­um investiert, sich ger­ade ein­gelebt, kommt gut mit dem Studi­um zurecht, hat einen ehre­namtlichen Job gefun­den und ihr Mann geht hier zur Sprach­schule um Englisch zu ler­nen, und dann müssen sie mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen alles aufgeben. Von dem Leid der Schwiegermut­ter natür­lich mal ganz abge­se­hen. Echt schade 🙁 Naja ich hoffe mal ganz schw­er, dass das in die Kat­e­gorie “Dinge, die nur Anderen passieren” gehört…

Die Veranstaltungen

Da sich der eine Dozent das Sem­i­nar mit sein­er Mitar­bei­t­erin teilt, haben wir bei drei Fäch­ern gle­ich vier neue Dozen­ten. Und die finde ich alle ziem­lich sym­pa­thisch, wobei die eine es sich ger­ade durch die ständi­gen Rol­len­spiele und ein unfass­bar chao­tis­ches und nerviges Pro­jekt mit mir verdirbt 😉

Eben­falls anders als im let­zten Trimester haben die Dozen­ten alle noch andere Jobs und unter­richt­en nur neben­bei. Und das merkt man. Da ist ein biss­chen mehr Leben in den Ver­anstal­tun­gen 🙂 Obwohl die The­men mich an sich nicht so wirk­lich inter­essieren, sind die Ver­anstal­tun­gen dann doch alle ganz inter­es­sant. Und die Dozen­ten sind dieses Mal deut­lich flex­i­bler in der Gestal­tung der Sem­i­nare und Assign­ments. Zum Teil wird uns nur ’ne grobe Rich­tung vorgegeben und wir kön­nen das The­ma für unsere Sem­i­narar­beit mehr oder weniger frei aus­suchen. Da geht man doch gle­ich mit ’ner anderen Moti­va­tion an so ’ne Arbeit 🙂

Nur besagte Rol­len­spiele gehen mir unheim­lich auf den Keks. In dem einen Fach sind wir für die gesamte Zeit des Trimesters der fik­tive Auf­sicht­srat ein­er fik­tiv­en Fir­ma. Ich habe schon wieder die Rolle des CEOs zugeteilt bekom­men, mit der ich mich mal so gar nicht iden­ti­fizieren kann. Let­zte Woche ist mir auch ein biss­chen der Kra­gen geplatzt und ich mache mich ver­mut­lich nicht ger­ade beliebt mit meinen kri­tis­chen Äußerun­gen, aber ich kann nicht anders 😉 Unsere gestrige Diskus­sion über unser Grup­pen­pro­jekt musste dann auch direkt in Form ein­er Auf­sicht­sratssitzung geführt wer­den. Spaß! Naja, immer­hin scheint unsere Vor­sitzende ganz in ihrer Rolle aufzuge­hen 😉 Ich tröste mich eigentlich nur damit, dass es ja bald über­standen ist…

Weitere Kosten vermieden

In Neusee­land ist es nor­mal, dass man zusät­zlich zu den nicht ger­ade uner­he­blichen Stu­di­enge­bühren auch noch einiges für Fach­büch­er aus­gibt. Auch für unseren Stu­di­en­gang waren ein paar Büch­er vorge­se­hen, die natür­lich nicht in der Bib­lio­thek der Uni vorhan­den sind. Fach­büch­er sind ja auch in Deutsch­land nicht gün­stig, hier aber eher noch teur­er. Da es ziem­lich unsin­nig ist, sich für jedes Se- oder Trimester neue Büch­er zu kaufen und sie danach wieder zu verkaufen, bietet Ama­zon mit­tler­weile extra für Studierende ’nen Leih­ser­vice an. Allerd­ings nur mit Semes­ter­laufzeit­en. Und da wir hier in Neusee­land kein Ama­zon haben und die amerikanis­chen Semes­ter mal so gar nicht mit unseren Trimestern übere­in­stim­men, hat das auch nicht geklappt. Let­z­tendlich sind wir aber trotz­dem drumherum gekom­men, uns Büch­er kaufen zu müssen. Eins ste­ht online zur Ver­fü­gung, in ’nem anderen Fach sind wir mit dem zur Ver­fü­gung gestell­ten Mate­r­i­al aus­gekom­men, um unsere Assign­ments zu beste­hen, und in einem aktuellen Fach kon­nten wir die Dozentin davon überzeu­gen, dass sich der Kauf für uns nicht lohnt 🙂 Puh, nochmal Glück gehabt 🙂

Doppelbelastung Studium und Job

Wie ihr ja vielle­icht schon in meinem anderen Beitrag gese­hen habt, habe ich seit Anfang Juni einen Job. Der macht mir, vor allem wegen des tollen Teams, auch wirk­lich Spaß. Aber die Dop­pel­be­las­tung von Studi­um und Job ist schon echt anstren­gend. Im Nach­hinein frage ich mich, warum ich das erste Trimester so anstren­gend fand. Ohne den Job hat­te ich doch so viel Zeit 😉

Naja, irgend­wie kriege ich das schon alles hin. Ich muss halt schneller wer­den mit meinen Assign­ments 😉 Als jet­zt auch noch gesund­heitliche Prob­leme dazu kamen, wurde es wirk­lich eng und die Qual­ität mein­er bei­den bish­er ein­gere­icht­en Sem­i­narar­beit­en hat darunter auch ein biss­chen gelit­ten, aber ich bin zuver­sichtlich, die let­zten Wochen jet­zt noch ganz gut geback­en zu bekom­men 🙂

Was ganz schön ist: Ich habe keine fes­ten Arbeit­szeit­en, son­dern meine Chefin und ich stim­men uns ziem­lich spon­tan ab, wann sie mich braucht und wann ich Zeit habe. Diese Woche muss ich aus­nahm­sweise mal gar nicht arbeit­en. Das ist ganz unge­wohnt. Ich habe plöt­zlich so viel Zeit 🙂

Verschärfte Regeln

Für aus­ländis­che Studierende gel­ten hier andere Regeln als für neuseeländis­che (und aus­tralis­che) Studierende.

Dahin­ter steckt die Ein­wan­derungs­be­hörde (Immi­gra­tion NZ). Die gibt für inter­na­tionale Studierende den Ton an: Das geht schon mit den geson­derten Ein­schrei­bungsvo­raus­set­zun­gen wie dem Spracht­est los. Von dem werde ich euch im näch­sten Beitrag mal aus­führlich erzählen. Dann zahlen wir deut­lich höhere Stu­di­enge­bühren als die Kiwis. Die Teil­nahme an der Ein­führungsver­anstal­tung wurde eben­falls von Immi­gra­tion NZ vorgeschrieben.

Außer­dem müssen wir an min­destens 90% der Ver­anstal­tun­gen teil­nehmen. Fehlen wir bei mehr als 10%, gibt’s Schwierigkeit­en beim näch­sten Visum und man kann sich mit der Ein­wan­derungs­be­hörde auseinan­der­set­zen. Bish­er wur­den Krankheit­stage da nicht mit ein­gerech­net und man sagte mir, dass wir (wie im Job) auch erst ab dem drit­ten aufeinan­der­fol­gen­den Krankheit­stag ein Attest vor­legen müssen. Anson­sten reichte es, sich per Email beim Dozen­ten abzumelden.

Das hat sich jet­zt geän­dert: Von nun an zählt jed­er Fehlt­ag als Abwe­sen­heit, egal ob wir krank sind oder nicht 🙁

Man sollte also bess­er nicht ern­sthaft krank wer­den…

Ausblick

Nach dieser Woche sind’s noch fünf Wochen, dann ist das zweite Trimester auch schon wieder geschafft 🙂 Ich finde die Aufteilung in Trimester echt toll! Da ist das Ende immer schon in Sicht 🙂 In den fünf Wochen müssen wir jet­zt noch fünf Sem­i­narar­beit­en schreiben und eine Präsen­ta­tion hal­ten. Es wird also nach wie vor nicht lang­weilig 😉

Dann gibt’s nochmal zwei Wochen Ferien und danach fängt auch schon das dritte Trimester an. Das sollte (hof­fentlich!) ein kleines biss­chen entspan­nter wer­den, da wir dann nur noch zwei satt drei Fäch­er haben. Und Mitte Dezem­ber ist es dann ganz geschafft: Das Studi­um ist vor­bei! 🙂

Ich hoffe, für Anfang des näch­sten Jahres einen Vol­lzeitjob zu find­en. Und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue! Ein­fach “nur” noch 40 Stun­den zu arbeit­en und Abende und Woch­enen­den ganz für mich und meine Hob­bies zu haben, ist eine ganz fan­tastis­che Aus­sicht. Ist halt alles nur eine Frage der Per­spek­tive 😉

Aber es gibt auch vorher noch ein paar Dinge auf die ich mich freuen kann: Im Okto­ber kommt mein “klein­er” Brud­er endlich nach Neusee­land und wir wer­den seine ersten paar Tage im Land zusam­men in Auck­land ver­brin­gen. Und im Dezem­ber gibt’s dann auch direkt den näch­sten Besuch aus Deutsch­land: Fre­unde wer­den für ein paar Wochen durch’s Land reisen und zumin­d­est mal ’nen kleinen Abstech­er nach Welling­ton machen. Freue mich schon 🙂

Ich werde euch auf dem Laufend­en hal­ten…


Aus­blick: Im näch­sten Beitrag werde ich euch dann mal aus­führlich von dem IELTS-Spracht­est erzählen, den ich mit bes­timmten Noten beste­hen musste, um mich über­haupt für’s Studi­um ein­schreiben zu kön­nen.


 

Teile diesen Beitrag

2 Antworten auf „Mein Studium in Neuseeland — Die Hälfte ist geschafft!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.