Fiordland — Ausflug zum Doubtful Sound

Wenn man schon mal im wun­der­schö­nen Fiord­land ist, sollte man dann den Mil­ford Sound besuchen oder doch lieber den Doubt­ful Sound? Da ich mich nicht entschei­den kon­nte, habe ich sie mir ein­fach bei­de ange­se­hen 🙂

Nach­dem ich euch im let­zten Beitrag schon von meinem Aus­flug zum Mil­ford Sound erzählt habe, gibt’s jet­zt auch noch ’nen kleinen Bericht zum Doubt­ful Sound.

Das “Doubt­ful” im Namen stammt übri­gens von Cap­tain James Cook, nach dem auch u. a. die Cook Strait zwis­chen der Nord- und der Südin­sel benan­nt ist. Als er die Ein­fahrt in den Fjord vom Meer aus ent­deck­te, war er sich nicht sich­er, ob sie mit ihrem Segelschiff gegen den starken Gegen­wind wieder rauskom­men wür­den, wenn sie erst ein­mal dort rein gefahren wären. Deswe­gen nan­nte er diese Stelle Doubt­ful Har­bour. Erst nach seinem Tod ist dann irgendw­er mit einem Rud­er­boot reinge­fahren und hat den Fjord erkun­det. Und das “Doubt­ful” ist dann eben hän­gen geblieben 🙂

Der Ausflug

Wie für den Mil­ford Sound habe ich auch für den Doubt­ful Sound so ein Run­dum-Reisep­a­ket gebucht. Die bei­den Fjorde gibt’s bei Trips & Tramps direkt im Dop­pel­pack zu buchen 🙂

Ich wurde wieder mor­gens mit einem Van am Camp­ing­platz abge­holt und dann ging’s zum Lake Man­apouri. Dort mit einem Bötchen quer über den See, danach mit einem Bus über den Pass und dann mit einem größeren Boot auf den Doubt­ful Sound. Und danach das Ganze wieder zurück. War schon alles aufre­gend 🙂

Anders als beim Aus­flug zum Mil­ford Sound war es mir dies­mal zu kalt, um auf dem Boot die ganze Zeit draußen zu bleiben und ich habe mich immer mal wieder nach drin­nen verkrümelt und meine Hände an ein­er Tasse Tee aufgewärmt 😉 Das Boot auf dem Fjord war klasse: Auch von drin­nen kon­nte man die Umge­bung super genießen, da die Fen­ster­scheiben vom Boden bis zur Decke gin­gen und auch das erste Stück der Decke noch ver­glast war!

Und so sah das Ganze aus:

Doubtful Sound von oben

Doubtful Sound mit Bauminsel

Doubtful Sound vom Boot aus

Doubtful Sound

Doubtful Sound mit Booten

Der Doubt­ful Sound ist für die Ruhe bekan­nt. Abge­se­hen von unserem Boot war da weit und bre­it keine Men­schenseele zu hören. Zwis­chen­durch wurde auch noch der Bootsmo­tor aus­geschal­tet und wir wur­den gebeten, möglichst leise zu sein. Und dann kon­nten wir die her­rliche Stille genießen 🙂

Viel gelernt

Auch bei diesem Aus­flug haben die Bus­fahrer und Boots­führer wieder ganz viel erzählt und ich habe einiges dazugel­ernt 🙂 Daran will ich euch natür­lich teil­haben lassen:

Wasserkraftwerk am Lake Manpouri

Das Einzige, das das Bild der unberührten Natur stört: dieses Wasserkaftwerk am Lake Man­apouri. Aber da waren wir ja auch noch nicht am Fjord 😉

Wasserkraftwerk Lake Manapouri

Dieses Kraftwerk ist schon ein biss­chen was Beson­deres und ich meine, ich hätte auch schon in ein­er der Neusee­land von oben”-Sendun­gen (sehr sehenswert und laufen ziem­lich häu­fig im Fernse­hen) etwas darüber gese­hen. Man kann es auch von innen besichti­gen und das soll schon ziem­lich span­nend sein. Also wenn man sich für so was inter­essiert… 😉

Das eigentliche Kraftwerk befind­et sich unter der Erde und es führt keine Straße dor­thin. Das ganze Mate­r­i­al und die Maschi­nen mussten damals mit Booten zum Kraftwerk gebracht wer­den und noch heute führt der einzige Weg für die Mitar­beit­er über den See. In das Kraftwerk hinein kommt man dann über einen 2 km lan­gen Tun­nel oder einen 193 Meter tiefen Lift. Das Kraftwerk wurde haupt­säch­lich gebaut, um das Alu­mini­umw­erk in Bluff mit den Unmen­gen an Strom zu ver­sor­gen, die es so ver­braucht. Das Alu­mini­umw­erk ist mir übri­gens bei meinem kleinen Aus­flug nach Bluff (ganz im Süden bei Inver­cargill) auch aufge­fall­en. Ich wusste damals zwar noch nicht, was es ist, aber der Anblick ein­er so großen Indus­triean­lage ist hier ein­fach was Außergewöhn­lich­es, das fällt auch einem Blind­fisch wie mir auf 😉

Für das Kraftwerk wollte man den See ursprünglich um 30 Meter anheben und in diesem Zusam­men­hang ent­stand die erste Umweltschutzbe­we­gung Neusee­lands. Ich meine, darüber wurde auch in dieser Fernsehsendung berichtet. Da war dieser sym­pa­this­che ältere Herr, der sich damals schon für den Schutz des Sees und der Umge­bung einge­set­zt hat und noch heute regelmäßig über diese Gegend fliegt und die Verän­derun­gen doku­men­tiert. Jeden­falls ging der Stre­it um die Anhebung des Sees über 10 Jahre und let­z­tendlich haben die Umweltschützer gewon­nen 🙂

Im Fiord­land befind­et sich übri­gens das größte der 14 Naturschutzge­bi­ete Neusee­lands. Es ist so groß, dass die anderen 13 beina­he in seine Fläche hinein­passen wür­den 😮

Die Launen der Natur

Wie nahe man hier der Natur ist und wie sehr man ihren Launen aus­ge­set­zt ist, merkt man auf dem Weg zu den Fjor­den. Die Straßen und die Wet­terbe­din­gung um sie herum wer­den ständig kon­trol­liert, um das Schlimm­ste zu ver­hin­dern.

Neben Schneefall und Glat­teis beste­ht die größte Gefahr eigentlich in den diversen Law­inen: Man sieht über­all Spuren von Schnee‑, Fels- und Baum­law­inen. Ich habe vorher noch nie von Baum­law­inen gehört, aber die Fol­gen jet­zt selb­st gese­hen. Die Erd­schicht an den Berghän­gen ist so dünn, dass die Bäume sich nicht tief ver­wurzeln kön­nen. Stattdessen verbinden sie sich mit ihren Wurzeln untere­inan­der. Das funk­tion­iert an sich gut, aber wenn sich ein größer­er Baum ver­ab­schiedet, reißt er gle­ich einige Nach­barn mit.

Das wird aber wie gesagt alles ziem­lich gründlich beobachtet und regelmäßig wer­den z. B. Schneelaw­inen kon­trol­liert aus­gelöst, wenn man den baldigen Abgang ein­er solchen Law­ine ver­mutet. So kommt es durch absichtlich aus­gelöste oder auch unge­wollte Law­inen regelmäßig zu Straßensper­run­gen, bis alles wieder aufgeräumt und sich­er ist.

Milford oder Doubtful Sound — Welcher Fjord ist sehenswerter?

Also die Touren waren bei­de toll und bei­de auch ein biss­chen unter­schiedlich.

Die Fjorde selb­st sind natür­lich ähn­lich, aber eben doch nicht gle­ich. Sie sind defin­i­tiv bei­de abso­lut beein­druck­end. Ich habe den Mil­ford Sound als ein biss­chen lebendi­ger emp­fun­den, den Doubt­ful Sound hinge­gen als ein biss­chen majestätis­ch­er.

Dann kom­men natür­lich noch die Anfahrten hinzu. Den Mil­ford Sound kön­nt ihr recht bequem mit dem eige­nen Auto erre­ichen und die Strecke selb­st ist schon ein High­light. Plant auf jeden Fall genug Zeit für einige Zwis­chen­stopps ein! Die Anreise zum Doubt­ful Sound ist hinge­gen ein biss­chen kom­pliziert­er, aber damit ja nicht weniger inter­es­sant 🙂

Meine Empfehlung ist also ganz klar: Wenn ihr genug Zeit (und Geld) habt, dann seht euch bei­de Sounds an! 🙂

Wenn jemand nur einen Fjord sehen will, dann ist eine Empfehlung gar nicht so ein­fach. Mir per­sön­lich hat der Doubt­ful Sound ein kleines biss­chen bess­er gefall­en, aber let­z­tendlich kommt es da auf eure per­sön­lichen Präferen­zen hin­sichtlich der aufgezählten Unter­schiede an. Und egal für welchen der bei­den Sounds ihr euch entschei­det: Sie sind bei­de sehenswert und ihr kön­nt euch eigentlich gar nicht falsch entschei­den! 🙂

Weitere Tour-Tipps

Neben den bei­den Touren, die ich gebucht habe, gibt es auch noch zahlre­iche andere inter­es­sante Möglichkeit­en. Da sollte für jeden was dabei sein 🙂

Wanderung zum Milford Sound

Anstatt mit dem Auto zu fahren, kön­nte man z. B. zum Mil­ford Sound laufen. Und zwar von Te Anau aus über den Mil­ford Track, einen der Great Walks des Lan­des.

Der Weg ist 53,5 km lang und mit drei Hüt­ten auf dem Weg sind dann auch vier Tage für diese Wan­derung vorge­se­hen. Von Ende Okto­ber bis Anfang Mai müssen die Hüt­ten im Voraus gebucht wer­den, in der übri­gen Zeit ist der Ser­vice auf diesem Wan­der­weg deut­lich eingeschränkt (kein Gas, fließen­des Wass­er etc.).

Der Weg wird als “the finest walk in the world” beze­ich­net (DOC Web­site) und soll durch von Gletsch­ern geformte Täler, ural­ten Regen­wald und vor­bei an schön­sten Wasser­fällen führen.

Ach ja, das würde mich ja auch nochmal reizen 🙂

Kayaktour

Von mehreren Anbi­etern (z. B. Real Jour­neys, Fiord­land Adven­ture & Rosco’s Mil­ford Kayaks) wer­den Kayak­touren für bei­de Sounds ange­boten, welche teil­weise mit ein­er Boot­s­tour ver­bun­den wer­den. Das stelle ich mir auch toll vor 🙂

Übernachtung auf dem Boot

Wenn ihr gerne mehr Zeit auf einem der Fjorde ver­brin­gen und vielle­icht auch Son­nenunter- und ‑auf­gang dort erleben wollt, dann kön­nte z. B. eine der von Real Jour­neys ange­bote­nen Über­nach­tungs­touren etwas für euch sein. Dort ver­bringt ihr die Nacht auf dem Boot und kön­nt z. B. auch noch ’nen kleinen Aus­flug mit ’nem Kayak machen 🙂

Sonderangebote

Wenn ihr rel­a­tiv spon­tan seid, dann kön­nt ihr einige Touren zu den bei­den Sounds auch zu vergün­stigten Kon­di­tio­nen bei Bookme find­en!

 


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