Neues Jahr, neues Glück

So schön Neusee­land auch ist, auch hier ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen ange­sagt. Das ist ja klar. Rund um den Jahreswech­sel war bei mir ’ne Menge los. Da waren schöne, aber auch anstren­gende und weniger erfreuliche Dinge dabei. Ich bin sehr ges­pan­nt wie es weit­erge­ht. Ins­ge­samt erwarte ich aber ein großar­tiges Jahr! 🙂

Das Studienende

Nach zehn­monatiger Quälerei habe ich Mitte Dezem­ber endlich mein Studi­um been­det. Nach­dem ich im let­zten Trimester mein­er Moti­va­tion schon mit Abstre­ich­lis­ten für Vor­lesun­gen und Prü­fungsleis­tun­gen auf die Sprünge helfen musste, war die Abgabe der let­zten Sem­i­narar­beit natür­lich eine riesen Erle­ichterung.

Abstreichliste Studium

Zehn Monate hören sich vielle­icht nicht lange an. Wenn das Studi­um aber nur Mit­tel zum Zweck ist und man eigentlich gar keine echte Lust drauf hat, dann kön­nen sich auch zehn Monate unglaublich ziehen. Vor allem wenn das eigene Frei­heits- und Selb­st­bes­tim­mungs­bedürf­nis durch eine Anwe­sen­heit­spflicht stark beschränkt wird und die Prü­fungsleis­tun­gen zur reinen Fließban­dar­beit ausarten.

Ich will gar nicht sagen, dass alles rund ums Studi­um nur doof war, aber im Großen und Ganzen war es eben eher eine neg­a­tive Erfahrung. Ich bin nur froh, dass ich mich damals nicht in meinem kurzfristi­gen Moti­va­tion­san­fall für einen län­geren Stu­di­en­gang entsch­ieden habe. Aber den hätte ich mir ja auch gar nicht leis­ten kön­nen…

Das Ende meines Studi­ums gehört also defin­i­tiv zu den pos­i­tiv­en Ereignis­sen rund um den Jahreswech­sel 🙂

Besuch aus Deutschland

In den fast zwei Jahren, die ich nun in Neusee­land bin, hat­te ich nie echt­es Heimweh. Ich sehne mich eigentlich über­haupt nicht nach Deutsch­land zurück. Ich würde nur gerne Fam­i­lie und Fre­unde öfters sehen. Neusee­land ist ein­fach soooo weit weg, da sind gegen­seit­ige Besuche natür­lich sel­ten. Insofern war der Dezem­ber beson­ders erfreulich: Ich hat­te gle­ich zweifachen Besuch aus Deutsch­land.

Seit eini­gen Monat­en treibt sich nun auch mein Brud­er in Neusee­land herum und im Dezem­ber ist er endlich in Welling­ton angekom­men und wir kon­nten richtig viel Zeit miteinan­der ver­brin­gen. Das war natür­lich klasse! 🙂 Und jet­zt reist er auf der Südin­sel weit­er und macht mich ständig mit seinen Bildern und Erzäh­lun­gen nei­disch 😉

Mein Brüderchen und ich

Außer­dem haben Fre­unde auf ihrer Neusee­landreise einen kleinen Zwis­chen­stopp in Welling­ton ein­gelegt und es war schön, ihnen meine neue Heimat zeigen zu kön­nen.

Eine neue Bleibe muss her

Der Jahreswech­sel ist ja für Viele eine Zeit der Entschei­dun­gen und Verän­derun­gen. Meine Mit­be­wohner­in hat eine Entschei­dung getrof­fen, die für mich ein ziem­lich­er Schock war: Sie will wieder alleine wohnen!

Terrasse mit Sonnenschirm und Laptop auf Tisch

Ich muss dazu sagen, dass ich vorher nie der WG-Typ war. In Deutsch­land habe ich immer alleine gewohnt und meine erste WG-Erfahrung hier in Welling­ton war auch nicht so richtig prick­el­nd. Aber mit mein­er jet­zi­gen Mit­be­wohner­in hat’s ein­fach super gepasst und ich wäre gerne noch ’ne Weile hier wohnen geblieben. Die Loca­tion ist klasse, ich kann das Meiste zu Fuß erre­ichen, wir haben ’ne Ter­rasse und ich kon­nte sog­ar ’nen kleinen Gemüsegarten anle­gen, aus dem ich ger­ade fleißig ernte. Wir Bei­de sind uns in Gewohn­heit­en und Bedürfnis­sen ziem­lich ähn­lich, so dass das Zusam­men­leben super geklappt hat. Und das High­light: Eine ihrer Katzen und ich sind ein­fach unz­ertrennlich 🙂 Kurzum: Das war ein Voll­tr­e­f­fer und so fand ich sog­ar das WG-Leben gut! Nach anderthalb Jahren heißt es nun aber wohl Abschied nehmen 🙁

Katze unter Decke

Und eine neue Bleibe zu find­en war gar nicht so ein­fach. Eigentlich würde ich auch gerne alleine wohnen, aber das ist hier in Welling­ton unbezahlbar. Selb­st WG-Zim­mer sind teuer: Im Moment zahle ich $230 pro Woche (inkl. Strom und Inter­net) und damit befinde ich mich noch im rel­a­tiv gün­sti­gen Seg­ment, vor allem wenn man nicht gle­ich vier oder fünf Mit­be­wohn­er haben will. Die Immo­bilien­preise schnellen hier seit einiger Zeit in die Höhe, das ist wirk­lich nicht mehr schön. Und neben dem Preis sind ja vor allem die Mit­be­wohn­er wichtig. Nochmal jeman­den zu find­en, mit dem es so gut klappt, ist schon rel­a­tiv unwahrschein­lich. Am lieb­sten würde ich ja eine Zeit mit Hous­esit­ting über­brück­en — um alleine zu wohnen und dabei auch noch Geld zu sparen — aber auch der Markt ist natür­lich hart umkämpft.

Jet­zt habe ich aber doch eine ziem­lich vielver­sprechende WG gefun­den und ich bin ganz opti­mistisch 🙂 Bei der Vor­bere­itung des Umzugs füh­le ich mich ger­ade ein biss­chen in die Zeit vor mein­er Reise nach Neusee­land zurück­ver­set­zt. Ich ver­suche, meinen Kram mal wieder etwas zu reduzieren und verkaufe deswe­gen meine weni­gen Möbel­stücke, gebe einige Dinge, die ich nicht mehr haben möchte, in einen Op Shop usw. Mein Plan ist, den ganzen Umzug mit ein­er Aut­o­fahrt abzuwick­eln. Mal guck­en, ob das klappt 😉

Ich finde es nach wie vor sehr schade ausziehen zu müssen, freue mich aber gle­ichzeit­ig darauf, in einen anderen Stadt­teil Welling­tons zu ziehen und die Gegend dort ein biss­chen bess­er ken­nen zu ler­nen 🙂

Auf Jobsuche

Nach­dem sich die Job­suche anfangs ziem­lich schwierig gestal­tete, hat­te ich dann während meines Studi­ums endlich einen Neben­job gefun­den. Nix Beson­deres, aber zumin­d­est hat­te ich ’nen Fuß in der Tür und außer­dem finde ich meinen Arbeit­ge­ber sehr sym­pa­thisch und das Arbeit­skli­ma ist super angenehm. Als meine Chefin mir Ende let­zten Jahres auch noch sagte, dass sie mir nach meinem Studi­um eine Fes­tanstel­lung anbi­eten werde, hat­te ich — wie hier in mein­er Zeit in Neusee­land schon so oft — das Gefühl, dass sich mit ein biss­chen Geduld ja doch immer alles zum Guten wen­det 🙂

Stellensuche - Laptop und Lebenslauf

Wenige Tage nach­dem meine Mit­be­wohner­in mir den Schock ver­set­zt hat­te, set­zte dann meine Chefin nach: Die Kon­di­tio­nen des neuen Ver­trages bleiben deut­lich hin­ter meinen Erwartun­gen zurück. Ich muss mich wohl doch nach was Neuem umse­hen. Und dabei hat­te ich ja gehofft, um den ganzen erneuten Bewer­bung­sprozess drumherum zu kom­men 😉 Bei­de schlecht­en Nachricht­en zusam­men haben mir kurzfristig total den Boden unter den Füßen wegge­zo­gen. Mit der neuen WG kommt aber schon wieder ein biss­chen Sta­bil­ität rein und wenn ich erst mal umge­zo­gen bin und ein paar andere Dinge erledigt habe, mache ich mich auch an die Bewer­bun­gen.

Das neue Visum

Zu allem Über­fluss läuft auch noch bald mein aktuelles Visum aus und ich bin ger­ade damit beschäftigt, alle nöti­gen Unter­la­gen für das näch­ste Visum zusam­men­zu­tra­gen. Als ich mich damals zu dem teuren Studi­um hier in NZ entsch­ieden habe, war ich noch zu fast allem bere­it, nur um in Neusee­land bleiben zu kön­nen. Das hat sich inzwis­chen geän­dert. Jet­zt frage ich mich vor jedem Schritt, ob es mir das wirk­lich noch wert ist.

Das neue Visum ist rel­a­tiv teuer, vor allem weil ich dafür einen recht umfan­gre­ichen Gesund­heitscheck absolvieren muss. Alles zusam­men kostet um die $1.000 — was ja im Ver­gle­ich zur Res­i­den­cy immer noch wenig ist. Als dann auch noch mit WG und Job alles ein biss­chen aus den Fugen geri­et, bin ich wirk­lich ins Grü­beln gekom­men. Mir sind diverse Szenar­ien einge­fall­en, wie es weit­erge­hen kön­nte — inner­halb und außer­halb Neusee­lands.

Nun habe ich mich aber doch entsch­ieden, das Visum zu beantra­gen. Dazu bewegt hat mich vor allem, dass ich das Land nicht mit neg­a­tiv­en Gefühlen ver­lassen möchte. Das let­zte Jahr war so anstren­gend und ich habe mich ziem­lich ver­bo­gen, mit dem Ziel, im Anschluss eine gute Zeit hier zu haben. Und die möchte ich jet­zt auch haben! 🙂 Ich werde Gedanken an weit­erge­hende Visa und ggf. ’ne Res­i­den­cy erst mal abschal­ten, mir einen angenehmen Teilzeitjob suchen, der mir zusagt, mir viel Zeit für meine diversen Freizeit­pro­jek­te nehmen und eine großar­tige Zeit in diesem schö­nen Land haben. 2019 werde ich dann mit einem hof­fentlich guten Gefühl Neusee­land erst mal für eine Weile ver­lassen, um durch Europa zu reisen. Ob mit ’ner Res­i­den­cy in der Tasche oder nicht, wird man noch sehen… 😉


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